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14.12.25

Dalwhinnie Three Valleys Pinot Noir 2020, Tasmania

Für die vorweihnachtliche Zeit habe ich mir wie alle Jahre wieder vorgenommen ein paar „Pinots weit weg“ aus meinem Portfolio palatal abzuarbeiten. Den Beginn soll ein Kandidat aus einem mit stetig ansteigenden Wonnegefühlen ausgestatteten bayerngroßen Eiland machen: Tasmania! Schon seit einigen Jahren zeigen Pinots von Tassie immer mehr was für ein Potential in dieser Insel liegen kann. Wobei erwähnt werden sollte, dass im Großraum Hobart schon seit über 200 Jahren Wein angebaut wird. Nur meist mit nicht so feinen Vitis Vinifera Bewohnern wie Pinot Noir. Dieser edle Geselle fühlt sich erst seit den 1950iger Jahren so richtig heimisch und hat sich mittlerweile auf mehr als tausend Hektaren ausgebreitet. Das schon erwähnte Potential haben mittlerweile auch so manche namenhafte Weinproduzenten vom hoch solventen Festland gemerkt. Im heute vorliegenden Fall handelt es sich um das migrantische Projekt von Dalwhinnie Wines aus den südlichen Pyrenäen in Victoria welche sonst sehr auf kühle Shiraz und würzige Chardonnays spezialisiert sind. Seit wenigen Jahren produziert Dalwhinnie Pinot Noir aus den von ergiebigem Regen und schneidigen Wind beschützten südöstlichen Subregionen Coal River Valley, Derwent Valley und Huon Valley. In der Tat stellen Regen und Wind im bergig waldigen Westen und Norden der Insel die größten Probleme für den Weinbau dar. Schwer vorzustellen wenn man bedenkt was sonst die glutofenartigen klimatischen Voraussetzungen im restlichen Australien so sind ...

23.5.25

Wo Wunder schon geschehen, da möchte der Fussball erst noch hin ... oder einfach wie ich meine Vorsätze gerne zum Schmelzen gebracht habe

Nicht nur im Fußball macht das kleine Saarland zwischen Frankreich und Restdeutschland in den vergangenen Tagen auf sich aufmerksam! Im Gegensatz zum beschaulichen Elversberg-Spiessen – so scheint die Gemeinde mit dem kleinen sich momentan zutragenden Fußballwunder zu heißen - spielt eine dem Weinfreund nicht ganz unbekannte Weinhandlung in Saarwellingen schon seit vielen Jahren in der 1. Liga des nationalen Weinhandels mit! Zu Ehren ihres 30igsten Geburtstages hat besagte Weinhandlung in der vergangenen Woche vielerlei Verkostungen und darüber hinaus eine an Größe, Qualität und Organisationsstärke schwer zu toppende Weinmesse veranstaltet. Letztere Veranstaltung habe ich leider kognitiv nicht in ihrer Gänze miterleben können obwohl ich physisch durchaus anwesend war. Dieser durchaus verdrießliche Umstand begründet sich in der Teilnahme an einer vorabendlichen pinotfeuchten Raritätenverkostung meinerseits über die es nun zu berichten gilt! 

Aber kurz vorab: ich bin mir durchaus bewusst, dass ich an gefühlt einhundertzweiundfünfzig Stellen in meinem Weinblog stets darauf hingewiesen habe bloß nie über Weine meines geliebten Burgunds je schreiben zu wollen! Natürlich habe ich mich an diesen Vorsatz nie vollumfänglich gehalten. Dennoch möchte ich heute an dieser Stellen diesen Vorsatz unbedingt und vollen Bewußtseins brechen! Selten hatte meine Zunge während besagter Raritätenverkostung die Möglichkeit in einem passendem Rahmen solch eine hochkarätige Pinotkonzentration an Güte und offensichtlicher Ballung geniessen zu können. Solch eine Erfahrung kann und darf ich nicht so einfach in den Spucki der Geschichte sich ergießen lassen! Selbstverständlich gilt meine Rechtfertigung immer noch, dass Andere es wesentlich gekonnter vermögen mehr Expertise zu diesem Thema beitragen zu können. Dennoch, verlogener Koketterie meinerseits Vorschub leisten zu wollen, sollte ich erwähnen, dass meine Zunge in diesem Feld der Weinfreuden auch nicht all zu unbedarft sein dürfte. Aber genug davon ... Ich werde im Folgenden versuchen meine Eindrücke dieser pinotfeuchten Erlebnisse - plus drei Chardonnays welche natürlich auch Erwähnung finden sollen - so kurz wie irgend möglich zu halten. Natürlich wird dies ein unmögliches Unterfangen …ist ja eh klar!

Weiter sollte man es mir im folgenden Versuch eines an meinen Resthaaren komplett herbeigezogenen komparatistischen Ansatzes nachsehen, dass mein Hintergrundwissen was den Fußball im und aus dem Saarland betreffend vergleichsweise wenig Wissenssubstanz vorweisen kann. Abgesehen von aktiveren Protagonisten wie Jonas Hector oder Kevin Trapp und den letzten beiden Erstligamannschaften FC 08 Homburg, welcher eher durch seine Trikotwerbung als durch beachtliche Leistung Beachtung fand, und der meinerseits schon lange vergessenen Bundesligazugehörigkeit des 1. FC Saarbrücken, will mir spontan wirklich nicht all zu viel einfallen. Daher muss ich bei meinen nun höchst fragwürdigen Vergleichen von Weinen mit Fußballspieler eher auf internationale Erfahrung und Wissen für solch sonderbare "Typisierung" zurückgreifen. Aber vielleicht wird sich dieses momentane Meer an Nichtwissen ab kommender Woche entscheidend verändern. Wir werden es sehen! Gestern sah das alles gar nicht so übel aus! Genug geschwafelt! Jetzt soll es endlich losgehen ...

11.2.24

Go East! ... or short 39 glipses behind the you know what ...

 ... well, the headline says already far too much about the humongous ignorance and the insatiable thirst of the author. No real news, I fear! To prevent me from writing even more nonsense ... which is absolutely impossible to achive, I'd like to keep this introduction as short as possible!  39 glimpses in 2023 were far too many to process in an adequate manner. As you are about to see right after this ... (having written that, there were quite a few spectacular viewings with tons of unique character and captivating flavour patterns ... so I'd go for it, if I were you) ...

24.12.19

Frohe Wei(h)nachten ...




... mit einer feinen pinotierenden Überraschung zum Fest! Überraschend für mich zunächst in der Hinsicht, dass ich diesen Wein, und noch "schlimmer", dieses Weingut aus Sonoma Coast, überhaupt nicht kannte, obwohl, nach sorgfältiger Recherche im Weinnetz, sich mir offenbarte, dass Ceritas Wines in den letzten Jahren sich ein gewisses Renomée unter Weinleibhabern in den Staaten und darüber hinaus aufgebaut hat. Naja, man kann halt nicht alles kennen ... und mein amerikanischer Pinot Schwerpunkt lag und liegt in Oregon! Gewachsen sind die ca. 35 Jahre alten Reben des Elliott Vineyard, nebenbei bemerkt handelt es sich bei diesem Wein um Reben des Mount Eden Klons, zwischen dem Hellenthal Vineyard und dem wesentlich berühmteren Hirsch Vineyard, auf lehmigen Böden die reich an Meeressedimenten sind.

8.8.19

Saucy Summer Spaniards



Saucy Summer Spaniards? Seriously? Isn't that a bit of a very bold one! Not sure the following content will be able to hold up with so much an attention-grabbing headline!? But one thing is for sure! No insignificant  endless blather about the following potations … well, at least I hope so! Let's not be so complicated and knowledge-drop'istic as usual and stick to the essentials and just get the hell started: 

31.12.17

Evesham Wood Cuvée J Pinot Noir 2010, Eola-Amity Hills



In the past year – well, in some places we already are in 2018 – I've really been one hell of a lazy Pinot prick around here. I hope this will change in 2018. Well, "we'll see what happens …“ Aaanyway, I don't want to slide away into the next year without mentioning one more Pinot Noir! In early November Joy, Chas and Dan from Portland came over to Teutonia to a have a drink or two or most probably more. Today's Pinot was by far the most memorbale of these drinks. The Cuvée J Pinot Noir 2010 from Evesham Wood showed combined characteristics some might find in "Old“ and "New“ World Pinots …!? The vines for the Cuvée J were cultivated in the Eola-Amity Hills on Nekia, Jory and Woodburn soils. It is a barrel selection from the best barrels of each vintage. Btw the "J“ derives from Jayer – Henri Jayer … it is an honor thing! The assorted Pommard clones were all planted in 1986. So, quite seasoned ones. The ageing took place in about 40% new French oak. So, let's go ...

30.5.17

Podere Monastero La Pineta Pinot Nero 2012, Toscana



Tasting – and sometimes even drinking, yes – quite a lot (or too much) Pinot Noirs year in, year out, one might be endangered to fall for a feeling of certain indifference or even tedium. Emphasis on the term "might“, of course! Don't worry, I will never truely get bored of Pinot Noir. I am absolutely certain of that! I'm aiming to get somewhere else. Sometimes you might be privileged to have something in your glass (in this case in a not so much loved Zalto) which was different! Different in good! I like different! Actually, I pretty much adore different because it spices up life and conveys you to new places/directions etc. This different, this different in good … in very damn good actually, I had in my very Zalto about a month ago. I am not shy to admid that I do like Italian Pinot Noirs from Lombardia, Trentino, Alto Adige or even those rather pithy, animal'istic, complicated (especially during childhood and teenage years), acidic and tannic fellows from Tuscany as well as Umbria. The Pinot I am refering today originated from Tuscany ... without being too pithy, rustic or whatsoever. To be more precise it originated from Tuscany's heart Chianti ... although my La Pineta Pinot Nero 2012 from Podere Monastero is naturally not permitted to be named Chianti for obvious reasons. In 2000 the oenologist Alessandro Cellai started to cultivate Pinot Noir, Cabernet Sauvignon and Merlot vines in pine groves (therefore its name La Pineta) near Castellina on an overall surface of three hectares at an elevation of roundabout 500 meters above seal-evel. The soils in his vinyards are dominated by limestone. The Pinot Noir clones from French origin were very carefully selected to fit the natural surroundings of the Chianti region. In 2006 the first Pinots from about 1,5 hectares were produced. Merely 875 bottles!!! Since then each vintage were fermented with natural yeasts in temperature controlled (26° C) Allier vats and subsequently aged for 12 months in 100% new Allier barriques with medium toasting.


30.4.17

Egon Müller Kanta Riesling Balhannah Vineyard 2008, Adelaide Hills



Fo woin friens who arn't veryy familiaa with the Aussie woin speectrum thiis one myght be quoit a surproiis! Ohhh no ... okay, okay I stop my pathetic (and probably quite offensive) attempt to sound like a local. Sometimes it is really hard to find a good start - and you simply come up with bonkers ideas! Today, I most certainly failed! Anyway, the first time I've heard of this Kanta Riesling - it must be about seven years ago - it surely was a big surprise to me. Egon Müller - (one of) the biggest name(s) in the Riesling business – better try to delete the words in the brackets – producing Riesling in the Adelaide Hills in South Australia!? Okay, it is not like that Egon Müller himself is managing the every day business of this project. This Kanta (= sanskrit for beloved) project is actually a joint-venture between Egon Müller from the sacrosanct Scharzhof in Saar Valley and Adelaide's Michael Andrewartha of East End Cellars. So, the main responsibility for today's Riesling was in the hands of Michael. The actual Balhannah Vineyard though belongs to the well known Shaw & Smith wine company in Balhannah. A third party. The soils of the vineyard are dominated by sandy loam over red clay and are set about an average altitude of 420 metres. Spontaneous fermentation and long maceration were also on the agenda. So, let's have our first sip of this very interesting project Riesling ...




23.11.16

Calichardication



In den letzten Wochen habe ich meine Zunge vermehrt über den großen Teich ausgesendet um ein paar kalifornische Chardonnay zu verkosten. Um genauer zu sein habe zwei jugendliche Einstiegsweine aus 2013 und zwei reifere Schlachtrösser aus 2007 verkostet. Geographisch ging es recht gemischt zu: Napa, Santa Cruz und Santa Barbara waren die Ziele. Ach ja! Eins noch vorab. Von Vergleichen mit Weinen aus dem Burgund halte ich herzlich wenig. Auch bei dieser Post würde ich Zuschreibungen wie Santa Barbara Meursault oder Ähnliches eher mit einem virtuellen Augenrollen quittieren. Ich bitte um Verständnis. Genug dem heute endlich mal kurzem Vorgeplänkel ...

26.8.16

Timo Mayer Wines Mayer The Doktor Pinot Noir 2012, Yarra Valley



Kurzer Blick nach oben! Kommt das irgendwie bekannt vor? Die schlicht wirkenden und zurückhaltend stilvoll eingebrachten Farben und Verzierungen auf der Flasche im Vordergrund gibt’s doch nochmal? Irgendwo! Hmmm ... wo war das nochmal?! Na, egal. Das mein heutiger Wein herzlich wenig – naja, bis auf die übereinstimmende Rebsorte Pinot Noir - mit den „Original“ zu tun hat, dürfte so komplett abwegig nicht sein. Schon alleine die Herkunft des heutigen "Pinot weit weg" könnte kaum unterschiedlicher sein. Der Mayer The Doktor Pinot Noir 2012 von dem Remstäler Timo Mayer stammt nämlich aus dem nordöstlich von Melbourne gelegenen von vulkanischen-sandsteinig-lehmig-tonhaltigen Böden dominierten Yarra Valley. Da ich mir aus Wiederholungen sehr wenig mache, findet ihr mehr zu Timo Mayer und seinen Pinots hier. Ist ja schließlich nicht der erste Wein von ihm auf meinem Blog. Zurück zum Mayer The Doktor 2012! Beim Mayer The Doktor handelt es sich um Timo's Flaggschiff Pinot Noir. Der Unterschied zu seinen anderen Pinot Noirs macht seine Ganztraubenvergärung. Angebaut wurden die Trauben auf dem sehr steilen Bloody Hill Vineyard am Fuße von Mount Toolebewoong nahe der Ortschaft Healesville. Ausgebaut wurde der Wein mehrheitlich in gebrauchten französischen Barriques für ca. 11 Monate. Filtriert oder Geschönt wurde der The Doktor natürlich nicht. Sowas brauchen promovierte Pinot Noirs natürlich nicht! Lasst uns mal kosten wie ein Wein mit reichlich institutionalisierten kulturellem Kapital so schmeckt …

25.9.15

Azienda Agricola Elisabetta Dalzocchio Pinot Nero 2009, Trentino



Auch italienisch sprechenden Pinot Noirs, ähm ... natürlich Pinot Neros, sollen an meiner virtuellen Verkostungsstation nicht zu kurz kommen! Leider kann ich einen Wein, wie den heutigen, meiner Zunge eher selten aussetzen, da Elisabetta Dalzzochio's Pinot Nero im Trentino, und seit einigen Jahren weit darüber hinaus, einen ganz besonderen Ruf genießt. Wie ich (erst) jetzt weiß … durchaus zurecht! Aufgrund überschaubarer Menge, insgesamt werden durchschnittlich jedes Jahr nur rund 8000 Flaschen produziert, ist es eher ein seltenes Vergnügen diesen Wein verkosten zu dürfen. Auf ihrem gerade mal 2 Hektar kleinen Weinberg, in der Nähe von Rovereto unweit der nördlichen Spitze des Gardasees, baut Elisabetta nur Pinot Noir – für nur diesen einzigen Wein - an. Die vorort herrschende Höhenlage und Bodenformation eignet sich laut Elisabetta sehr gut für Pinot. Ihr erster Jahrgang war 1995 und seit 2001 wird ihr Weinberg durchgehend nach biologischen Richtlinien bewirtschaftet. Die Trauben für meinen noch jungen 2009er Pinot Nero wurden für 18 bis 20 Tage entrappt und im unzerdrückten Zustand in großen offenen Eichenholzbottichen vergoren und anschließend für 18 Monate in Allier und Troncais Barriques ausgebaut. Bevor ich mich zum wiederholten male in den gewohnten Floskelwolken verstricke, sollte ich lieber anfangen mir den ersten Schluck zu genehmigen …

5.9.15

Schweizer Allerlei Spezial: MÉMOIRE & FRIENDS 2015



Schon eine geraume Weile seit meinem letzten „Schweizer Allerlei“ Verkostungsbericht her, odr! Leider ... „Schuld“ mag wohl die sich für mich wein-fatal auswirkende Aufhebung der Mindestwechselkursbindung zum schwachen Euro sein. Demnach konnte ich in den vergangenen Monaten zur Steigerung der eher reserviert-dynamischen 1,8 prozentigen Exportrate Schweizer Weins kaum etwas beitragen. Zu meinem Glück gab es am vergangenen Montag ein weiteres Mémoire & Friends Grand Tasting der Swiss Wine Connection im altehrwürdigen Kongresshaus zu Zürich. Wohl einer der besten Möglichkeit eines jeden Jahres bzw. Jahrgangs literweise neue Eindrücke in Sachen Schweizer Wein zu absorbieren. Bei über 170 anwesenden Weinproduzenten aus allen Landesteilen und einem gerade mal fünfstündigen Verkostungszeitfenster aufgrund Fehlplanung meinerseits, musste ich bei dem dieses jährigen Grand Tasting hart umrissene Prioritäten setzen. Abgesehen von einigen evergreen'isch anmutenden Vorspeisen weißer Couleur von Louis Bovard, Luc Massy und der Domaine La Colombe aus dem Waadt und der einen oder anderen süßen Nachspeise in Form von Grain Noble Marsanne aus dem Wallis musste ich mich dazu anhalten meine bei leicht mollig warmen Temperaturen geforderte Zungenkonzentration auf die Roten Schweizer auszurichten. Im Zungenfokus standen in erster Linie Pinot Noir aus deutschsprachigen Kantonen, dem Wallis und natürlich der Drei-Seen-Region, Merlot (inkl. Cuvées) aus dem Tessin sowie nur leider einem reinsortigen Gamay aus dem Kanton Genf. Die zum teil oft großartigen Syrah aus dem Wallis und der restlichen Romandie musste ich leider nahezu auslassen. Am Rande erwähnt seinen aber die viel versprechenden und durchweg kühl-kernig wirkenden 2013er Syrah von Simon Maye, Histoire d'Enfere und der Domaine Les Hutins. Zugegeben keine wirklich großen Überraschungen für Kenner der Schweizer Weinszene. Ich muss vorwarnen, dass es zu ähnlichen Nicht-Überraschungen für besagte Fachleute im weiteren Verlauf meines kurzen Verkostungsberichts kommen wird. Bevor ich nun im Stakkatostil meine Eindrücke wiedergeben möchte, sollte ich darauf hinweisen, dass ich mich nur auf meine rein subjektiven und positiven Zungenerlebnisse beschränken möchte. Eine weitergehende Auseinandersetzung mit so mancher Enttäuschungen von mir bekannten und unbekannten Erzeugnissen würde an dieser Stelle ganz einfach den Rahmen sprengen.


24.10.14

Brooks Winery Ara Riesling 2011, Willamette Valley



Nach meinem längeren Aufenthalt in heimatlich-teutonischen Gefilden ist es mal wieder Zeit für vertraute unbekannte Weiten! Nur dieses Mal ausnahmsweise nicht in Form einer pinotlastigen palatalen Exkursion rund um den Globus. Dieses Mal soll es mit Teutonia's Liebling – dem Riesling – weitergehen. Dank Dan und Chas von WineIsSeriousBusiness, einem von mir nicht selten frequentierten Video-Weinblog, war es mir letztens möglich einen Riesling aus dem Willamette Valley zu verkosten. Hergestellt wurde besagter Riesling namens Ara, dessen Name sich von dem Altar des weisen Zentaur Chiron (siehe Etikett) ableitet, von dem ausgesprochenen Rieslingexperten Brooks Winery in Amity in Eola-Amity-Hills. Beim Ara Riesling 2011 handelt es sich um ein Verschnitt aus verschiedenen Lagen und unterschiedlichen Geisenheim Klonen. Einerseits stammt das Traubengut aus ca. 25-30 Jahre alten Anlagen im Yamhill-County und andererseits aus einer jungen Anlage im Brooks Hausweinberg in den Eola-Amity Hills. Die Trauben wurden nach der Lese sofort abgepresst und bei niedrigen Temperaturen im Stahltank vergoren.

Neben dem Ara Riesling nahm ich noch einige andere Weine auf meine palatale Exkursion ins Gepäck. Da gab es zum einen den weiteren Teutonic Tinto vom Hirschhorner Hof aus der Pfalz, sowie Chenin Blancs in Form eines Les Jardins Esméraldins 2000 von Xavier Caillard aus Brézé und eines Clos aux Renards 2006 von Stéphane Cossais aus Montlouis-sur-Loire. Als gewaltig-sperriges Sondergepäck durfte ein Clos Mogador 2004 von René Barbier auch nicht fehlen. Zur Abrundung der Exkursion gab es natürlich noch einen handgepäckleichten restsüßen Riesling in Form einer Brauneberger Juffer Sonnenuhr Auslese 2005 von Fritz Haag. Nach der langen Vorrede wird es nun aber wirklich Zeit für den Ara, oder ... 


23.9.14

Antica Terra Willamette Valley Pinot Noir 2009




Jahr ein, Jahr aus gibt es einen Tag im September der am Vorabend gewisser „Vorbereitung“ meinerseits bedarf um den darauffolgenden Tag mit seinen unerfreulichen Feierzwängen besser überstehen zu können. Letztes Jahr stand im Zentrum dieser „Vorbereitung“ ein durchaus sehr angenehmer Centgrafenberg R Spätburgunder von Paul Fürst. Dieses Jahr gestaltete ich diese spezielle  „Vorbereitung“  mit einem Pinot Noir von Antica Terra aus dem Willamette Valley.

Seit 2005 produziert Maggie Harrison, einst eine der langjährigen Weinmacher bei Manfred und Elaine Krankl's legendärer Sine Qua Non Winery im Ventura County, eine illustere Ansammlung von ziemlich ambitioniert bepreisten Weinen aus Pinot Noir und Chardonnay. Bei meinem heutigen Willamette Valley Pinot Noir aus dem etwas hedonistisch anmutenden Jahrgang 2009 handelt es sich um das Einstiegsmodell des Hauses. Hergestellt wurde dieses Cuvée zu ca. 50 % aus Trauben des Antica Terra Estate Vineyard in den Eola Amity Hills und zu unterschiedlichen Teilen aus zugekauften Trauben des Shea Vineyard in Yamhill-Carlton, des Croft Vineyard in den Eola-Amity Hills und des Cherry Grove Vineyard wiederum in Yamhill-Carlton. Nahezu alle Trauben wurden entrappt und ohne sie anzupressen in kleinen offenen Eichenholzbehältern vergoren um den "Output" anschließend in ca. 50 % neuem französischem Eichenholz reifen zu lassen. Na lasst uns mal schauen wie die Qualität der diesjährigen „Vorbereitung“ so gewesen ist ...


12.9.14

Avidan Winery Fringe Pinot Noir 2009, Jerusalem Hills



Nicht mein erster Pinot Noir aus Israel, doch mein erster Pinot Noir aus einem Kibbutz! Und mein erster Wein aus den Jerusalem Hills überhaupt! Diese Selbstauskunft mag dem Leser gleich einmal vermitteln, dass ich offensichtlich über recht wenig verlässliche Pinot Erfahrung aus diesem Teil der Weinwelt verfüge. Immerhin ist mein heutiger Fringe Pinot Noir 2009 der Avidan Winery schon mein vierter israelischer Pinot. Leider erst der zweite, der an dieser Stelle im Onlinekosmos Erwähnung findet. Die beiden anderen wurde es wegen fotoloser Dämlichkeit meinerseits verwehrt hier erwähnt zu werden. Nun aber genug der über-kokettierenden Selbstanklage! 

Mein heutiger Wein stammt, wie schon erwähnt, aus einem Kibbutz. Genauer formuliert aus der Hand von Shlomo und Tzina Avidan im Kibbutz Eyal östlich von Netanya in zentralen Sharon Region. Das eigentlich Traubengut für den Fringe Pinot Noir stammt aus den etwas südlicher gelegenen Jerusalem Hills. Seit dem Jahr 2000 produzieren Shlomo Avidan, einst unter anderem auch Weinmacher bei Israels berühmtesten Weingut Margalit, und seine Ehefrau Tzina ihren eigenen Wein. Die ersten vier Jahre in den eher beschränkten Verhältnissen einer Garage und seit 2004 innerhalb des Kibbutz Eyal mit einer etwas größeren Produktionsmenge von 20000 bis 30000 Flaschen Wein pro Jahr. Die Aushängeschilder des Weinguts sind zweifellos ihre roten Cuvées und insbesondere ihr Shiraz Reserve. Mein Pinot Noir von Avidan wird erst sein 2008 in nur sehr kleinen Mengen auf die Flasche gebracht und erfreut sich noch nicht der Berühmtheit wie seine roten Brüder und Schwestern. Mal schau' wie er sich geschlagen hat ...


7.9.14

Grandly Aged "Grand Growth" Rieslings (and Grosse Gewächse) from 2004 and 2005



As the frequent reader of my Blog you might have realized: I am not too much into dry Riesling – at least publicly, of course! I suppose there are plenty of writers with far more expertise and indeed better stomach lining. So there is no immanent need for my blather about Riesling. 


However, today I would like to make an exception. Last Friday evening I met up with four friends, most of them far more enthusiastic about this admittedly grand varietal, to drink some German and French dry "Grand Growth" Rieslings from the vintages 2004 and 2005. Names like Wittmann, Trimbach, Keller, Breuer, Zind-Humbrecht, Dönnhoff, Kühn and Emrich-Schönleber speak for themselves. I suggest, just have a look …

24.8.14

Stolpman Vineyards L'Avion 2008, Santa Ynez Valley



So wie dieser L'Avion 2008 muss sich eine behandschuhte Ohrfeige von Nastassia Fillipowna aus Dostojewski's Der Idiot angefühlt haben. Keine Ahnung wie auf diesen Bezug spontan gekommen bin. Es war einfach der erte Gedanke der sich auf meiner Zunge entwickelte. Seine bestimmte Kraft, die gehörig Arroganz, der gewisse Hang zum Hysterischen, die elegant protzend Zurschaustellung und seine wunderbare Bissigkeit gepaart mit einer Erhabenheit die den januar'ischer Newski-Prospekt dahinschmelzen könnte, mögen mich wohl zu dieser seltsamen Assoziation. Nur die enorme Tiefgründigkeit dürfte der nicht all zu schlauen Nastassia Fillipowna etwas abgegangen sein. Mein heutiger Wein wiederum, ein 100 %iger Roussane von Stolpman Vineyards aus durchschnittlich 75 Jahre alten Anlagen im Santa Ynez Valley – genauer aus dem Ballard Canyon, zeigte beeindruckende und fast übermannende Tiefgründigkeit! Vielleicht das Beste was ich je von dieser mir nicht sonderlich geliebten Rebsorte getrunken habe! So, jetzt wird es spannend …oder auch nicht merh ganz so spannend!

10.7.14

Happening Now Tasting 15: Ca' del Bosco Sebino 1996, Lombardia



It's been a while since my last “Happening Now Tasting”. Soave and assorted World Cup Pinots enjoyed priority in the past weeks. Reason enough to celebrate my live tasting comeback with a risky, due to its age, vintage and provenance, and hopefully in the best case extraordinary Pinot Noir from Italy. Ca' del Bosco from Lombardia region is a melodiously name in the world of sparkling wine. No doubt about that! Their still wines however do not have the widespread reputation and more importantly the distribution as their sparklers from Franciacorta region have. Especially Ca' del Bosco' s Chardonnay and Pinot Nero, named Pinéro, belong to the best of their kind in Italy. Today's Pinot Nero is a rather special one with the name Sebino 1996. What is so special? Sebino is the name of the IGT in which the grapes for Ca' del Bosco's Pinéro are cultivated. So, Sebino 1996 is actually the Pinéro 1996. Again ... so – why then the change of names? For a better and more precise explanation I'd like to quote from the technical sheet on Ca' del Bosco's website:

“The 1996 vintage for Pinot Nero will be remembered for its abundant production of grapes. We practiced a drastic thinning out of the bunches, but remaining grapes when harvested showed a dishomogeneous phenolic maturation. The result of vinification and aging created an interesting wine with a peculiar aromatic profile. The structure still holds up in its depth for the best vintages. As in the past, for "Maurizio Zanella", Ca' del Bosco has decided to not use the name "Pinero", but solely identifying it by the denomination that in Franciacorta emulates it: Sebino".

Well then, let's see how this “ dishomogeneous phenolic maturation” might have affected the actual quality and longevity of good old Sebino ...