Kurzer Blick nach oben! Kommt das
irgendwie bekannt vor? Die schlicht wirkenden und zurückhaltend
stilvoll eingebrachten Farben und Verzierungen auf der Flasche im
Vordergrund gibt’s doch nochmal? Irgendwo! Hmmm ... wo war das
nochmal?! Na, egal. Das mein heutiger Wein herzlich wenig – naja,
bis auf die übereinstimmende Rebsorte Pinot Noir - mit den
„Original“ zu tun hat, dürfte so komplett abwegig nicht sein.
Schon alleine die Herkunft des heutigen "Pinot weit weg" könnte kaum
unterschiedlicher sein. Der Mayer The Doktor Pinot Noir 2012 von dem Remstäler
Timo Mayer stammt nämlich aus dem nordöstlich von Melbourne gelegenen
von vulkanischen-sandsteinig-lehmig-tonhaltigen Böden dominierten Yarra Valley.
Da ich mir aus Wiederholungen sehr wenig mache, findet ihr mehr zu
Timo Mayer und seinen Pinots hier. Ist ja schließlich nicht der
erste Wein von ihm auf meinem Blog. Zurück zum Mayer The Doktor
2012! Beim Mayer The Doktor handelt es sich um Timo's Flaggschiff
Pinot Noir. Der Unterschied zu seinen anderen Pinot Noirs macht seine
Ganztraubenvergärung. Angebaut wurden die Trauben auf dem sehr steilen Bloody Hill Vineyard am Fuße von Mount Toolebewoong nahe der Ortschaft Healesville. Ausgebaut wurde der Wein
mehrheitlich in gebrauchten französischen Barriques für ca. 11
Monate. Filtriert oder Geschönt wurde der The Doktor natürlich
nicht. Sowas brauchen promovierte Pinot Noirs natürlich nicht! Lasst
uns mal kosten wie ein Wein mit reichlich institutionalisierten
kulturellem Kapital so schmeckt …
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18.3.15
Domaine de la Côte Santa Rita Hills Pinot Noir 2012, Santa Rita
Das ich in diesem Blog nicht ständig und
unablässig dem Oregon-Pinot-Trail folge, habe ich mich letztens dazu hinreißen
lassen, mir bei einem semi-lokalen Weinhändler einen durchaus
berüchtigt-speziellen, wenn nicht sogar interessant-hervorstechenden, Pinot Noir aus
Oregon's südlichen Nachbarstaat, der eine oder andere
geographie-bewanderte Leser dürfte wissen welchen nicht ganz
unbedeutenden Wein-Bundesstaat ich meine, kaufen zu "müssen". Meine spezielle
Wahl viel auf einen Pinot Noir eines Weingutes aus den vom Meer und Nebel gekühlten Santa Rita Hills an der Central Coast. Sonderlich
lange besteht dieses besagte, und noch gar nicht genannte, Weingut nicht. Erst im Jahr 2007 begannen der Weinmacher Sashi Moorman und
der Sommelier Rajat Parr, sowie einige Geschäftspartnern, mit dem
Aufbau eines neuen Pinot-Projekts mit dem klangvollen und vielleicht
auch etwas sehr programmatisch gewollten Namen: Domaine de la Côte!
Aus ca. 16 ha sehr eng bestockten von Silex dominierten Weinbergen,
welche früher zu Evening Land Vineyards gehörten, erzeugt das Team des
Weingutes aus „selection massale californique“ Reben gerade mal
drei unterschiedliche Pinots. Dabei handelt es sich um zwei
Einzellagenweine namens Bloom's Field und La Côte, sowie meinen heutigen Appellations-„Pinot
weit weg“: St. Rita Hills Pinot Noir 2012. Dieser wurde aus
Traubengut von sechs unterschiedlichen Weinlagen der westlichen Santa
Rita Hills erzeugt. Wichtig zu wissen ist, dass alle Weine von Sashi
Moorman auf erstaunlichste Weise arm an Alkohol sind – mein
heutiger hatte 12,5 %, dass bis auf den St. Rita Hills die Weine mit
100% Ganztraubenvergärung erzeugt werden – der St. Rita Hills wird mit
ca. 50% ganzen Trauben vergorenen – und des weiteren sei anzumerken, dass alle Weine für ca. 20 Monate in gebrauchten
Barriques ausgebaut werden. Jetzt aber genug der trockenen
Verkündigungen und überlangen falsch gestellten Satzkonstruktionen.
Lasst uns schaun wie er den nun war …
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