27.7.15

Bouchard Finlayson Galpin Peak Pinot Noir 2004, Walker Bay



Manchmal kann ich getrost meiner Lieblingsbeschäftigung - dem Faulenzen - nachgehen ohne Gewissensbisse entwickeln zu wollen. Es ist mal wieder „Pinot weit weg“ Nachverkostungszeit!. Daher bedarf es glücklicherweise keinerlei Einleitungsgefasellei. Im Spätsommer 2010 probierte ich das erste mal einen Bouchard Finlayson Galpin Peak Pinot Noir 2004. Damals mochte mir dieser wegen seiner Hitzigkeit, seines Alkoholismus und aufgrund seines schwach gezügelten Tanninterrors nicht sonderlich gefallen. Ein Eintrag auf der Webseite von Bouchard Finlayson den ich erst neulich entdeckt habe, mag die etwas „spezielle“ Art des 2004 Galpin Peak erklären: „... Vintage 2004 is perhaps the most full bodied and robust Pinot Noir vintage to date. It was a vintage which ripened up very rapidly and presented a challenge to winemaking skills...“. Vor wenigen Tagen nun machte ich einen weiteren Anlauf … 

23.7.15

Cusumano Pinot Nero 2008, Sicilia



Wenn der mitlesende Pinotenthusiast unerwarteter Weise mal das Verlangen nach einem Dampfhammer Pinot mit reichlich vom Alkohol unterbauten muskulösem Körper, herb definierter Würze und fleischig-ländlich-männlicher Rustikalität haben sollte, dürfte der heutige „Pinot weit weg“ gerade der richtige Kandidat für solch ein Power-Bedürfnis sein. Der Pinot Nero 2008 des wohlbekannten sizilianischen Weinproduzenten Cusumano erfüllt die beschriebenen Anforderungen mit Bravour. Gewachsen ist das noch recht junge Traubengut für meinen heutigen Pinot in den gen Nordosten ausgerichteten Hochlagen (bis zu 800 Meter über dem Meeresspiegel) auf Cusumano's Tenuta di Ficuzza in der Region Piana degli Albanesi etwas südlich von Palermo. Der Ausbau war eher von ungewöhnlich kurzer Dauer. Nur acht Monate in gebrauchtem französischen Eichenholzfässern. Na, lass uns mal schauen wie sich so ein Power-Pinot im Detail präsentiert hat …

6.7.15

Happening Now Tasting 29: Señorío de Astobiza Astobiza Txakoli 2014, Txakoli de Álava



Wouldn't have thought to be such a resolute dry season'ist! It's been about a fortnight since last drop of wine. Can you believe that?! Well, I can't, ... anyway ... I guess temperatures well in the very upper thirties might have helped a bit with my uncanny determination. But I digress ... as always… today, I'd like to contiune with my exploration of hyper-autochthonous varietals. This time I am going for some rare stuff from Spain. Well, concerning this wine some might disagree, but that is another story! (At least) Today, Hondarribi Zuri and the Basque country are still in the very North of Spain. Hondarribi Zuri – I am rather glad not to have a videoblog cause I have no idea how to pronounce that – is actually The white grape variety of the Spanish Basque Country. It is cultivated on slightly more than 100 ha in the tiny Basque DO's of Txakoli de Álava, Getariako Txakolina and Bizkaiko Txakolin. My Hondarribi Zuri from 2014 comes from Txakoli de Álava. It was produced by the still relativly new, however already very well renowned Señorío de Astobiza winery in the town of Okondo, in the Jandiola area. Enough dryness for today! Still pretty hot and lazy out- and inside! Let's have the first sip ...

19.6.15

Happening Now Tasting 28: Weingut Graf Adelmann Urban trocken 2012, Württemberg



Guys, let me tell you something! As you all – well, probably – know! At the moment I am working off some hyper autochthonous and scarce grape varietal stuff. One, for a start, from each grand wine growing nation. So far I had this Prunelart fellow from Galliac in France and a Sardenian called Nieddera! Today, I'd like to taste a Teutone wine made from an at least equally hyper-autochthonous and rare grape varietal! And now to the telling part! It was quite an unexpected difficult task to detect a varietal which complys with my specific and of course super subjective requirements! Well, for instance there is Blauer Gänsfüßer from Pfalz region. Unfortunately this fellow is also still scarcely resident in Jura under the name Argant. So, not suitable! Another one, this time from Württemberg, could have been highly suitable. The name? Blauer Affenthaler! Unfortunately this stuff is close to impossible to buy. Just a few vines left. Pity! Wines from much better distributed varietals would have been Blauer Silvaner from Franken or Gelber Orleans from Pfalz / Rheingau or even a rather famous and super ancestral varietal called Heunisch. But these would have been kinda boring, far too well known and already rather well covered and most importantly probably far labour-intensive to procure for a lazy guy like me. So, I just popped over to my extended neighbourhood and grabbed a bottle of the even more scarce Urban or Blauer Urban. About a hundert years ago Urban was a pretty wide spread grape varietal in the South-West of Germany, in Northern Italy (probably its origin), in a very few areas of Austria and Hungary. Today, only two wine producers offer pure “monovarietal” wines made from Urban. One of these producers is the well renowned winery of Graf Adelmann in Württemberg region. Enough typing for today! Here we go, let me introduce you Urban ...


16.6.15

Dutton-Goldfield Winery Pinot Noir Dutton Ranch 2007, Russian River Valley



Bei meinem heutigen „Pinot weit weg“ dürfte sogar der nicht ganz so kosmopolitische Pinotfreund nicht der Gefahr erliegen ihn mit einem herkömmlichen - was auch immer das bedeuten mag – Oregonesen, oder wohl (!?) auch keinem Teutonen und schon sicher nicht mit eine Burgunder zu verwechseln. Jedes Molekühl des Dutton Ranch Pinot Noir 2007 von Dutton-Goldfield sprach mit einem ausgeprägten Sonoma Akzent mit leicht russischem Einschlag zu mir. Dazu aber gleich mehr!

Beim Dutton Ranch Pinot handelt es sich um einen vornehmlich von Djon Klonen geprägten Wein aus sechs Einzellagen des höhergelegenen und kühleren Green Valley's - stark vom Meer geprägtes nebliges Klima; vorherrschender feinsandige Tonboden mit Sandsteineinlagerungen namens Goldridge – und zwei wärmeren Lagen in Morelli Lane – bringt anscheinend eher zur Opulenz neigend Weine hervor - und Freestone - eher zu intensiven Würzigkeit neigend. Die Trauben aus den unterschiedlichen Lagen werden getrennt vergoren und im Schnitt zehn Monate in französischen Barriques ausgebaut. Das Alter und die Herkunft der verwendeten Fässer sind abhängig von der jeweiligen Einzellage und des jeweiligen Jahrgangs. Um die Trockenheit in diesem schon wieder zu langen Einführungstext nicht überreizen zu wollen möchte ich dem Detailinteresssierten hinsichtlich solcher Informationen die enorm informative Webseite von Dutton-Goldfield ans Herz legen. So, jetzt gibt’s aber Stoff …


6.6.15

Happening Now Tasting 27: Vini Contini Nieddera 2011, Valle del Tirso



Here we go! Today it is time for my second exploration of a hyper-autochthonous grape variety. Last time I presented Galliac’s rusty-raunchy delicacy Prunelart from Domaine Plageoles. This time I’d like to make a quick stroll to Sardinia’s Valle del Tirso to introduce you guys to the “little black one” or Nieddera. Nieddera, a varietal I haven’t heard about till recently, is almost exclusively cultivated in Province of Oristano on the sandy and slightly loamy banks of Sardinia’s longest river Tirso. Today Nieddera is cultivated on no more than approx. 110 ha. Its actual origin isn’t certain at all. Most ampelographic studies assume its origin in Phoenicia or Carthage. But enough of my profund history lesson! Today’s specimen from 2011 was produced by one of Sardinia’s larger producers Contini. Those "little black ones" were fully destemmed, fermented, pressed - obviously - and aged for appox. 12 months in barrique barrels. What do you say?! Let’s shut up and have a sip … hell I am excited!

31.5.15

Vinařství Kraus Rulandské Modré Roučí Mělincké 2004, Mělincké



Da sitze ich nun, zur inspirativen Gedankenlubrikation mit einem Glas recht nettem bayrischen Bodensee Pinot – ja, sowas gibt es wirklich, dazu aber später mehr - neben meiner linken Hand drappiert – und natürlich auch trinkend, und versuche vergeblich meinen unerschöpflichen Vorrat an Pinot Expertise anzuzapfen. Doch bei meinem heutigen „Pinot weit weg“ mag dieses lubrikierte Anzapfen leider nicht so ganz gelingen. Auch nicht weiter verwunderlich, da ich zum einen keinerlei Pinot-Erfahrung im Degustationsfeld Nordböhmen habe und zum anderen zeigen sich erhebliche Defizite meinerseits bei der Entzifferung des möglicherweise sehr informativen Rückenetiketts sowie den meisten internetgestützten Informationsquellen. Ich enttäusche mal wieder mit meiner Unfähigkeit auf ganzer Linie… ich weiß! Aber nicht weiter überraschend für den regelmäßigen Leser! Wenn ich schon keine – zumindest für mich verwertbaren - Informationen über den heutigen Rulandské Modré Roučí Mělincké 2004 von Vinařství Kraus aus Mĕlnik finden konnte, so habe ich immerhin wenige Spuren an Information über die Weinregion und das eigentliche Weingut einsammeln können. Mĕlnik, nicht zu verwechseln mit dem wahrscheinlich berühmteren bulgarischen Melnik oder dessen regionaler Rebsorte, ist eine Kreisstadt am Zusammenfluß von Elbe und Moldau ca. 40 km nördlich von Prag. Die meisten Weinberge liegen auf einer durchschnittlichen Höhe von 200 m über dem Meeresspiegel. Karge Kalksteinböden mit höheren Anteilen an sandigem Ton sind in der Gegend  um Mĕlnik vorherrschend. Das Weingut von Vilém Kraus, nebenbei erwähnt eines der namenhaftesten Weingüter in Nordböhmen, verfügt mittlerweile wieder über ca. 22 Hektar Anbaufläche. Auf dieser werden vornehmlich klassisch mitteleuropäische Rebsorten wie Riesling (Ryzlink rýnský), Traminer, Grauburgunder und Pinot Noir kultiviert. Weitere einstens zeitgenössische Klassiker wie Dornfelder lass ich mal lieber unerwähnt. Genug dem unverhohlenen Anführen meines Nichtwissen! Jetzt gibt's Pinot aus Tschechien ...
 

18.5.15

De Ponte Cellars Dundee Hills Pinot Noir 2010, Dundee Hills



Aufgrund vorzüglicher Verbindungen pinotphiler Art gen Nordwesten der Vereinigten Staaten von Amerika, ist mir vor wenigen Tagen dank Dan und Chas von wineisseriousbussiness.com ein weiterer sehr erwähnenswerter oregonesischer Pinot Noir zu Teil geworden. Zwar nötigte mich das Wetter, eine sicherlich so nicht eingeplante und mehrheitlich pinotfeindliche Dreissiggradhitze, in die Tiefen meines kühlen Weinkellers, doch die äußeren Umstände konnten mich nicht ins „Schwitzen“ bringen. Die erwartete Qualität des Weines vielleicht doch ein wenig …! Genug dem Vorgeplänkel. Sechs Zeilen des gewohnten Geschwafels dürften ausreichend sein!



Mit meinem heutigen „Pinot weit weg“ begebe ich mich nach längerer Pause zurück in die Dundee Hills. Der Einstiegswein von De Ponte Cellars, einem von Scott und Rae Baldwin im Jahr 2001 mit wenigen Hektaren Dijon Klonen und Melon den Bourgogne - mittlerweile ist es ein wenig mehr - gegründeten Weingut, aus dem Jahr 2010 wurde auf für die Dundee Hills typischen Jory Böden kultiviert und für 12 Monate in 20 % neuem Holz ausgebaut. Direkt nach dem Einschenken (und ehrlich geschrieben auch schon davor, Dank der gelegentlichen Analysen der De Pont Weine von Dan und Chas) wurde mir klar, dass es sich bei diesem Wein um eine wirklich gelungene oregonesisch-burgundische Symbiose handelt. Diese Behauptung ist all zu weit hergeholt, da die Weinmacherin Isabelle Dutartre eine umtriebige Bourguignonne ist. Jetzt aber zum flüssigen Teil der Post ….