6.6.15

Happening Now Tasting 27: Vini Contini Nieddera 2011, Valle del Tirso



Here we go! Today it is time for my second exploration of a hyper-autochthonous grape variety. Last time I presented Galliac’s rusty-raunchy delicacy Prunelart from Domaine Plageoles. This time I’d like to make a quick stroll to Sardinia’s Valle del Tirso to introduce you guys to the “little black one” or Nieddera. Nieddera, a varietal I haven’t heard about till recently, is almost exclusively cultivated in Province of Oristano on the sandy and slightly loamy banks of Sardinia’s longest river Tirso. Today Nieddera is cultivated on no more than approx. 110 ha. Its actual origin isn’t certain at all. Most ampelographic studies assume its origin in Phoenicia or Carthage. But enough of my profund history lesson! Today’s specimen from 2011 was produced by one of Sardinia’s larger producers Contini. Those "little black ones" were fully destemmed, fermented, pressed - obviously - and aged for appox. 12 months in barrique barrels. What do you say?! Let’s shut up and have a sip … hell I am excited!

31.5.15

Vinařství Kraus Rulandské Modré Roučí Mělincké 2004, Mělincké



Da sitze ich nun, zur inspirativen Gedankenlubrikation mit einem Glas recht nettem bayrischen Bodensee Pinot – ja, sowas gibt es wirklich, dazu aber später mehr - neben meiner linken Hand drappiert – und natürlich auch trinkend, und versuche vergeblich meinen unerschöpflichen Vorrat an Pinot Expertise anzuzapfen. Doch bei meinem heutigen „Pinot weit weg“ mag dieses lubrikierte Anzapfen leider nicht so ganz gelingen. Auch nicht weiter verwunderlich, da ich zum einen keinerlei Pinot-Erfahrung im Degustationsfeld Nordböhmen habe und zum anderen zeigen sich erhebliche Defizite meinerseits bei der Entzifferung des möglicherweise sehr informativen Rückenetiketts sowie den meisten internetgestützten Informationsquellen. Ich enttäusche mal wieder mit meiner Unfähigkeit auf ganzer Linie… ich weiß! Aber nicht weiter überraschend für den regelmäßigen Leser! Wenn ich schon keine – zumindest für mich verwertbaren - Informationen über den heutigen Rulandské Modré Roučí Mělincké 2004 von Vinařství Kraus aus Mĕlnik finden konnte, so habe ich immerhin wenige Spuren an Information über die Weinregion und das eigentliche Weingut einsammeln können. Mĕlnik, nicht zu verwechseln mit dem wahrscheinlich berühmteren bulgarischen Melnik oder dessen regionaler Rebsorte, ist eine Kreisstadt am Zusammenfluß von Elbe und Moldau ca. 40 km nördlich von Prag. Die meisten Weinberge liegen auf einer durchschnittlichen Höhe von 200 m über dem Meeresspiegel. Karge Kalksteinböden mit höheren Anteilen an sandigem Ton sind in der Gegend  um Mĕlnik vorherrschend. Das Weingut von Vilém Kraus, nebenbei erwähnt eines der namenhaftesten Weingüter in Nordböhmen, verfügt mittlerweile wieder über ca. 22 Hektar Anbaufläche. Auf dieser werden vornehmlich klassisch mitteleuropäische Rebsorten wie Riesling (Ryzlink rýnský), Traminer, Grauburgunder und Pinot Noir kultiviert. Weitere einstens zeitgenössische Klassiker wie Dornfelder lass ich mal lieber unerwähnt. Genug dem unverhohlenen Anführen meines Nichtwissen! Jetzt gibt's Pinot aus Tschechien ...
 

18.5.15

De Ponte Cellars Dundee Hills Pinot Noir 2010, Dundee Hills



Aufgrund vorzüglicher Verbindungen pinotphiler Art gen Nordwesten der Vereinigten Staaten von Amerika, ist mir vor wenigen Tagen dank Dan und Chas von wineisseriousbussiness.com ein weiterer sehr erwähnenswerter oregonesischer Pinot Noir zu Teil geworden. Zwar nötigte mich das Wetter, eine sicherlich so nicht eingeplante und mehrheitlich pinotfeindliche Dreissiggradhitze, in die Tiefen meines kühlen Weinkellers, doch die äußeren Umstände konnten mich nicht ins „Schwitzen“ bringen. Die erwartete Qualität des Weines vielleicht doch ein wenig …! Genug dem Vorgeplänkel. Sechs Zeilen des gewohnten Geschwafels dürften ausreichend sein!



Mit meinem heutigen „Pinot weit weg“ begebe ich mich nach längerer Pause zurück in die Dundee Hills. Der Einstiegswein von De Ponte Cellars, einem von Scott und Rae Baldwin im Jahr 2001 mit wenigen Hektaren Dijon Klonen und Melon den Bourgogne - mittlerweile ist es ein wenig mehr - gegründeten Weingut, aus dem Jahr 2010 wurde auf für die Dundee Hills typischen Jory Böden kultiviert und für 12 Monate in 20 % neuem Holz ausgebaut. Direkt nach dem Einschenken (und ehrlich geschrieben auch schon davor, Dank der gelegentlichen Analysen der De Pont Weine von Dan und Chas) wurde mir klar, dass es sich bei diesem Wein um eine wirklich gelungene oregonesisch-burgundische Symbiose handelt. Diese Behauptung ist all zu weit hergeholt, da die Weinmacherin Isabelle Dutartre eine umtriebige Bourguignonne ist. Jetzt aber zum flüssigen Teil der Post ….

14.5.15

Happening Now Tasting 26: Domaine Plageoles Le Prunelart 2009, Gaillac




On the “Happening Now Tasting” posts ahead I plan to send my tongue on a voyage of discovery to wine-growing regions with hyper autochthonous and scarcely existing grape varietals. Today I'd like to start with a “test subject” from the South-West of France. In Galliac there is a variety named Prunelart. Prunelart is a small-berry and dark blue variety which is almost extinct. Until the phylloxera crisis Prunelart was one of the most widespread varietals in Galliac. Today only 10 to 12 hectares are still in cultivation in the entire Sud-Ouest. Prunelart shows distinct similarities to Malbec. Genetically (alongside Magdeleine Noire des Charentes the co parent of Malbec) as well as aromatically (I'll taste the possible resemblance soon). The main reason for Prunelart's imminent extiction - besides the effects of phylloxera - might be its capricious nature. Especially Plasmopara viticola and Botrytis cinerea are two of its unfortunate frequent visitors.

Today's “test object” was produced by Bernard Plageoles of Domaine des Tres Cantous (or just Domaine Plageoles). The densely cultivated vines (approx. 5000 vines per hectare) are growing on gravely loamy soils in Galliac region. After fermentation the „Le Prunelart“ 2009 was aged for 12 months in concrete tanks on its lees. Well, let's have a curious look …

30.4.15

Kendall-Jackson Pinot Noir Vintner's Reserve 2010, California



Heute stelle ich mich ausnahmsweise mal als ein williges und neugieriges Opfer von gekonntem, wenn auch nicht subtilen, Product Placement zu Verfügung. Über das vergangene Jahrzehnt konnte man allwöchentlich wahrnehmen, wenn man das nun wollte, dass in Chalie Harper's Malibu Beach House, neben dem guten alten Radeberger Bier, oft ganz halb-diskret Produkte der Firma Kendall-Jackson auf dem Küchetisch vorzufinden waren. Ich muss zugeben, noch nie zuvor von KJ je einen Wein probiert zu haben, da diese auf dem deutschen Markt nicht sonderlich gut distribuiert sind. Obwohl, wie an der Farbe zu erkennen war meist eher Califonia Chardonnay von Chalie's "herausgevordertem" Bruder Allen oder seinen Mikro-Lebensabschnitts-Genossinen konsumiert wurde, musste / durfte ich - man wird am Ende sehen wie sich meine Zufriedenheit äußern wird - zum wiederholten male ein Opfer meines "Pinot weit weg" Neugierismus werden und zu einem selbigen greifen. Daher gibt es heute Kendall-Jackson Vintner's Reserve Pinot Noir aus dem Jahr 2010! Lasst uns mal schauen ob es eher eine "Pflichtaufgabe" oder doch ein Vernügen war ...

23.4.15

Moser Family Cabernet Sauvignon Changyu Winery 2010, Ningxia



你们好 und ein zünftiges SERVUS der sich fortschreitend konzentrierenden Leserschaft dieses Weinblogs ;-)! Endlich geht es mal wieder um Wein der nicht alle Tage auf mitteleuropäischen Mittagstischen zu entdecken ist. Nun ja, letzteres dürfte sich doch auf mehrere vorgestellte Weine dieses Blog's beziehen. Aber genug der Faselei! 
 
Bei meinem heutigen Wein handelt es sich um einen chinesischen Österreicher oder einen österreichischen Chinesen oder einen Volksrepublikanischen Homo austriacus oder einfach nur um Cabernet Sauvignon aus der Provinz Ningxia der unter der Mitarbeit von Lenz Moser, einem nicht ganz unbekannten Weinhändler und Produzenten, in einem Chateau von China's traditionsreicher Changyu Winery entstanden ist. Gegründet wurde Changyu in Yantai schon vor mehr als 100 Jahren. Doch erst seit gut 20 Jahren im Zuge der Öffnung der chinesischen Wirtschaft expandiert das mittlerweile gigantische Unternehmen in die unterschiedlichsten Landesteile des Reichs der Mitte (aktueller Stand sechs Chateaus – was wörtlich zu nehmen ist - in unterschiedlichen Provinzen). Die Trauben für den Moser Family Cabernet Sauvignon 2010, den man getrost als einen Zweitwein des Hauses bezeichnen könnte, stammen aus der weinbezogen sehr aufstrebenden zentral-chinesischen Provinz Ningxia. Das eigentliche Weingut Changyu Moser XV wird nach der Ningxia Klassifikation (angeleht an die  1855er Klassifizierung), ja die gibt es seit dem Frühjahr 2014 wirklich, als eines von zehn 5th Growth Weingütern gelistet. Seit eingen Jahren werden auf ca. 75 Hektaren werden in einer Höhe von 1100 Metern über dem Meeresspiegel Cabernet Sauvignon und Merlot Trauben nach ECOCERT Richtlinien angebaut. Na dann lasst uns doch mal schauen wie er denn nun war ...


17.4.15

Happening Now Tasting 25: Līgatne Vīna Brūkleņu pussaldais vīns, Gauja Latvia



I am not quiet sure how to start this post. I better keep it short and let the tasting note speak for itself. Might be the best way to handle something like that! Just a few facts in advance: First – I never ever had something like that before in my life, which makes me a perfect expert to assess this indeed pretty special stuff; Second: I really don't know what to expect from this stuff, haven't encountered too many cowberry wines so far; Third: the berries for this "wine" from Līgatne Vīna were harvested in the area of the National Park of Gauja, mostly woods and swamps, in central Latvia, were fermented for approx. 12 months and the juice haven't been enriched at all; Fourth: What the hell ... let's see how this stuff is rocking ….

9.4.15

Beaux Frères Pinot Noir 1993, Willamette Valley




Eins vorab! Ich habe (leider) keine Ahnung wie das Jahr 1993 in Oregon hinsichtlich Wetter, Ernte und weiteres so gewesen sein mag … und ich bin, wie es der gelegentliche Leser verstehen mag, viel zu faul solche mühsamen Recherchen anzustrengen. Nur eins: es soll wohl nicht das aller beste Jahr gewesen sein ... Nun ja ... wichtiger ist was dem pinot-beflissenen Weinfreund bei seiner Grundausbildung hin zum Pinot-"Fanatiker" möglicherweise nicht entgangen sein mag. Sprich, die Kenntnis darüber, dass es sich bei einem dieser Beaux Frères (franz. für Schwäger), die dem Weingut den Namen verliehen haben, um eine nicht ganz unbekannte Persönlichkeiten des Weinkosmos handelt. Diese Persönlichkeit ist niemand geringeres als Robert M. Parker Jr. Seines Zeichen Weinpapst oder Ähnliches. Der andere, und mittlerweile auch nicht gerade unbekannte, beau-frère ist Michael Etzel. Zweiterer, also Michael Etzel, war es, der 1986 beschloss auf dem Grund einer ehemaligen Schweinefarm in Ribbon Ridge Weinreben anbauen zu wollen. Dazu benötigte er finanzielle Unterstützung, die er dank der Hilfe seines beau-frère aus Maryland erhielt. Die ersten Jahre verkaufte Etzel, der auch als Weinmacher fungiert, den Großteil seiner Ernten an namenhafte Nachbarn wie Ken Wright oder Dick Ponzi. Erst im Jahr 1991 begannen die Beaux Frères eigenen Wein im größeren Stil zu produzieren. Schon ab dem ersten Jahrgang zeichneten sich ihre Weine durch hohe Konzentration, durch viel Extraktion und durch lange Fasslagerung (im Schnitt 36 Monate) mit hohem Neuholzanteil aus. Eine Herangehensweise die mir in den meisten Fällen persönlich nicht sonderlich entgegenkommt. Da ich bis zu meinem heutigen „Pinot weit weg“ nur junge Weine von Beaux Frères verkosten konnte - die mir nicht sonderlich zusagten, habe ich mich um so mehr gefreut – gefreut im Sinne von pseudowissenschaftlichem Neugierigkeitswahn - einen sehr gereiften Beaux Frères Pinot Noir aus dem Jahr 1993 in die Hände zu bekommen. Na genug gefaselt, dann lasst uns doch mal gucken wie er so war dieser "Parker Pinot" …