Wenn ich spontan mal, wie nicht selten und
gerade auch in diesem Moment, durch den virtuellen Blätter-Blog-Wald
streife, könnte ich und man der Annahme unterliegen, dass Abi Duhr vom
Château Pauqué an der Luxemburger Mosel das „Enfant Terrible“
der dortigen Weinszene ist. Ob das nun der Richtigkeit entspricht,
kann, und will, ich beim besten Willen nicht abschätzen. Wirken tut er ganz sicher nicht so. Naja, nur weil
jemand seinen eigenen Kopf hat und seinen zeitweise unorthodoxen und sicherlich kompromisslosen Weg geht, muss das noch lange nicht heißen, dass er ein schreckliches durch Verstöße gegen gesellschaftliche Regeln auffälliges Kind ist. Naja, genug der
bewussten sprachlichen Verirrungen für heute würde ich sagen. Wie dem auch sei, dass er aber Weine von
beeindruckender Qualität auf die Flasche bringen kann, steht für mich
nach meinem heute vorzustellenden Wein außer Frage. Wer es versteht aus Elbling,
einer in vieler Hinsicht eher zur Blassheit neigenden Rebsorte, solch
ein Aussehen zu verleihen versteht, der muss sein Handwerk verstehen.
Bei meinem heutigen Wein namens Bromelt 2012 des ca. 5 ha kleinen
Château Pauqué in Grevenmacher handelt es sich um einen im großen
Holzfass ausgebauten Elbling. Einen Elbling von einer Güte ..., nun ja
ihr werdet es ja gleich lesen (hoffe ich zumindest) ...
2.10.14
23.9.14
Antica Terra Willamette Valley Pinot Noir 2009
Jahr ein, Jahr aus gibt es einen Tag im
September der am Vorabend gewisser „Vorbereitung“ meinerseits
bedarf um den darauffolgenden Tag mit seinen unerfreulichen
Feierzwängen besser überstehen zu können. Letztes Jahr stand im
Zentrum dieser „Vorbereitung“ ein durchaus sehr angenehmer
Centgrafenberg R Spätburgunder von Paul Fürst. Dieses Jahr
gestaltete ich diese spezielle „Vorbereitung“ mit einem Pinot Noir von
Antica Terra aus dem Willamette Valley.
Seit 2005 produziert Maggie Harrison,
einst eine der langjährigen Weinmacher bei Manfred und Elaine
Krankl's legendärer Sine Qua Non Winery im Ventura County, eine
illustere Ansammlung von ziemlich ambitioniert bepreisten Weinen aus
Pinot Noir und Chardonnay. Bei meinem heutigen Willamette Valley
Pinot Noir aus dem etwas hedonistisch anmutenden Jahrgang 2009
handelt es sich um das Einstiegsmodell des Hauses. Hergestellt wurde
dieses Cuvée zu ca. 50 % aus Trauben des Antica Terra Estate
Vineyard in den Eola Amity Hills und zu unterschiedlichen Teilen aus
zugekauften Trauben des Shea Vineyard in Yamhill-Carlton, des
Croft Vineyard in den Eola-Amity Hills und des Cherry Grove Vineyard
wiederum in Yamhill-Carlton. Nahezu alle Trauben wurden entrappt und
ohne sie anzupressen in kleinen offenen Eichenholzbehältern vergoren
um den "Output" anschließend in ca. 50 % neuem französischem Eichenholz reifen zu lassen. Na lasst uns mal schauen wie die Qualität der diesjährigen
„Vorbereitung“ so gewesen ist ...
20.9.14
Happening Now Tasting 17: KWV Roodeberg 1980, Coastal Region RSA
Late late, probably too late, and even more boring Saturday afternoon! What else could be better than some historicism’istic
wine adventure?! For instance a vinophile travel back in time to the miserable bad old days
of South Africa’s Apartheid regime!?!! More than 30 years ago the Ko-Operatieve
Wijnbouwers Vereniging (KWV) van Zuid-Afrika Beperkt in Paarl was one a few exporting and internationally competitive
wine producers of South Africa. In these days the South African wine revolution - so to speak, and other certainly far more important paradigm changes, were still far off their actual infancy. Apparently then the brand Roodeberg stood for
quality, longevity and desirability. Nowadays, perhaps not so much anymore, I assume ...
Anyway, a few months back I bought today's red blend from extraordinary good storage.
I am still not sure about the exact blend. Other old vintages, for example the
1977 and 1981, were apparently produced from Cabernet Sauvignon, Merlot and
Syrah.
Anyway - again, as you already might have realized I do not have a lot
of knowledge to drop. Just one pretty mental info about various asking prices for
this wine on a Gauteng, the central province of South Africa, based Ebay-like
platform. Most prices moved around 10000 to 15000 RSA Rand. This would mean an approx. enormous amount of money for a bottle of wine. Such a bottle!!! I better spare my comment about this. Well, anyway - for the
third and last time – I paid faaar less. Let’s check it out …
12.9.14
Avidan Winery Fringe Pinot Noir 2009, Jerusalem Hills
Nicht mein erster Pinot Noir aus
Israel, doch mein erster Pinot Noir aus einem Kibbutz! Und mein
erster Wein aus den Jerusalem Hills überhaupt! Diese
Selbstauskunft mag dem Leser gleich einmal vermitteln, dass ich
offensichtlich über recht wenig verlässliche Pinot Erfahrung aus diesem Teil
der Weinwelt verfüge. Immerhin ist mein heutiger Fringe Pinot Noir
2009 der Avidan Winery schon mein vierter israelischer Pinot. Leider
erst der zweite, der an dieser Stelle im Onlinekosmos Erwähnung
findet. Die beiden anderen wurde es wegen fotoloser Dämlichkeit
meinerseits verwehrt hier erwähnt zu werden. Nun aber genug der
über-kokettierenden Selbstanklage!
Mein heutiger Wein stammt, wie schon erwähnt, aus
einem Kibbutz. Genauer formuliert aus der Hand von Shlomo und Tzina Avidan im Kibbutz Eyal östlich von Netanya in zentralen Sharon Region. Das eigentlich Traubengut für den Fringe Pinot Noir stammt aus
den etwas südlicher gelegenen Jerusalem Hills. Seit dem Jahr 2000
produzieren Shlomo Avidan, einst unter anderem auch Weinmacher bei
Israels berühmtesten Weingut Margalit, und seine Ehefrau Tzina ihren
eigenen Wein. Die ersten vier Jahre in den eher beschränkten
Verhältnissen einer Garage und seit 2004 innerhalb des Kibbutz Eyal
mit einer etwas größeren Produktionsmenge von 20000 bis 30000
Flaschen Wein pro Jahr. Die Aushängeschilder des Weinguts sind
zweifellos ihre roten Cuvées und insbesondere ihr Shiraz Reserve.
Mein Pinot Noir von Avidan wird erst sein 2008 in nur sehr kleinen
Mengen auf die Flasche gebracht und erfreut sich noch nicht der Berühmtheit wie
seine roten Brüder und Schwestern. Mal schau' wie er sich geschlagen hat ...
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7.9.14
Grandly Aged "Grand Growth" Rieslings (and Grosse Gewächse) from 2004 and 2005
As the
frequent reader of my Blog you might have realized: I am not too much into
dry Riesling – at least publicly, of course! I suppose there are plenty of writers
with far more expertise and indeed better stomach lining. So there is no immanent
need for my blather about Riesling.
However, today I would like to make an
exception. Last Friday evening I met up with four friends, most of them far
more enthusiastic about this admittedly grand varietal, to drink some German
and French dry "Grand Growth" Rieslings from the vintages 2004 and 2005. Names like Wittmann, Trimbach, Keller, Breuer, Zind-Humbrecht, Dönnhoff, Kühn and Emrich-Schönleber speak for themselves. I suggest, just have a look …
24.8.14
Stolpman Vineyards L'Avion 2008, Santa Ynez Valley
So wie dieser L'Avion 2008 muss sich
eine behandschuhte Ohrfeige von Nastassia Fillipowna aus
Dostojewski's Der Idiot angefühlt haben. Keine Ahnung wie auf diesen Bezug spontan gekommen bin. Es war einfach der erte Gedanke der sich auf meiner Zunge entwickelte. Seine bestimmte Kraft, die gehörig
Arroganz, der gewisse Hang zum Hysterischen, die elegant protzend
Zurschaustellung und seine wunderbare Bissigkeit gepaart mit einer
Erhabenheit die den januar'ischer Newski-Prospekt dahinschmelzen
könnte, mögen mich wohl zu dieser seltsamen Assoziation. Nur die enorme Tiefgründigkeit dürfte der nicht all zu
schlauen Nastassia Fillipowna etwas abgegangen sein. Mein heutiger
Wein wiederum, ein 100 %iger Roussane von Stolpman Vineyards aus
durchschnittlich 75 Jahre alten Anlagen im Santa Ynez Valley –
genauer aus dem Ballard Canyon, zeigte beeindruckende und fast übermannende Tiefgründigkeit! Vielleicht das Beste was ich je von
dieser mir nicht sonderlich geliebten Rebsorte getrunken habe!
So, jetzt wird es spannend …oder auch nicht merh ganz so spannend!
21.8.14
Weingut Werlitsch Ex Vero I 2009, Steierland
Ab und zu solls an dieser Stelle auch
mal richtige online "Hippster Weine" - ich weiss, ziemlich dämlicher Name - geben. Eigentlich interessieren mich
solche vinophilen Onlinephänomene weniger. Bei diesem Wein mache ich sehr gerne
eine Ausnahme! Im Gegensatz zu manchem in der Onlinewelt inflationär mit Überschwang und erheblichen Redundanz beschriebenem Wein - was nicht heissen soll, dass ich diese "Hippster Weine" als mehrheitlich schwach empfand -, überzeugte
mich dieser demeter'ische Steirer mit ungeahnten trockenen
11%igen-Qualitäten wie man sie meiner Meinung nach nicht all zu oft findet.
Was gibt es sonst noch erwähnenswertes? Naja, zunächst mal der Name: Ex Vero I 2009 vom Weingut Werlitsch in Glanz. Rebsorte? Viel Chardonnay und um so weniger Sauvignon Blanc und sogar der eine oder andere Welschrieslingtropfen. Der Boden? Opok, der wohl besser bekannt ist als tonige Braunerde auf Kalkmergelgestein. Noch was? Heute will ich es mal nicht übertreiben … heute wird getrunken!
Was gibt es sonst noch erwähnenswertes? Naja, zunächst mal der Name: Ex Vero I 2009 vom Weingut Werlitsch in Glanz. Rebsorte? Viel Chardonnay und um so weniger Sauvignon Blanc und sogar der eine oder andere Welschrieslingtropfen. Der Boden? Opok, der wohl besser bekannt ist als tonige Braunerde auf Kalkmergelgestein. Noch was? Heute will ich es mal nicht übertreiben … heute wird getrunken!
16.8.14
St. Innocent Winery Momtazi Vineyard Pinot Noir 2007, McMinnville
Das aktuelle Schauer-liche Wetter lädt
zum Brechen meiner schon länger anhaltenden sommerinduzierten
Enthaltsamkeit von oregonesischen Pinot-Elixieren ein. Heute möchte ich
meine Aufmerksamkeit schon zum zweiten Mal einem Wein von St.
Innocent aka Mark Vlossak widmen. Die erste öffentliche Verkostung ist
mittlerweile schon mehr als ein Jahr her. Damals genoss ich den
Justice Vineyard Pinot Noir 2007 aus den Eola-Amity Hills. Heute
soll es nun meinem letzten 2007er Pinot aus Oregon überhaupt, dem Momtazi Vineyard Pinot Noir 2007 aus McMinnville, an den
Korken gehen. Wie schon öfters erwähnt war der Jahrgang 2007 vom
Wetter her sehr herausfordernd und darüber hinaus nicht mit viel
journalistischem Enthusiasmus und Liebe bedacht worden. Bezüglich
des Wichtigem, also dem Wetter sowie dem eigentlichen Reifeverlauf der Reben, möchte ich
heute zum Abschluss meiner 2007er Verkostungen es mir heute mal ganz einfach machen und Mark Vlossak nüchterne und
präzise Einschätzung zum Jahrgang zitieren:
„2007 was one of the more challenging
harvests in the past decade. The season began early with sunny and
dry weather in May and June. Bloom was about a week earlier than
normal indicating that we would expect to begin picking in late
September. The crop level was thinned significantly in late July
targeting yields of between 2.1 and 2.7 tons per acre for Pinot noir.
September was cooler than normal and the cool weather continued
into October. Intermittent rains slowed maturity and increased the
risk of rot. Sunny periods between the rain events allowed the
critical process of ripening and flavor development to continue. The
tension mounted as waited and prayed for sun watching the acids
soften, the tannin sweeten, and the flavors gain complexity. The
first grapes were finally picked on October 4th, ten days later than
expected. By October 15th, all of the fruit was picked, making 2007
our shortest harvest.“
Was die damalige journalistische Einschätzung betrifft enthalte ich mich meiner Meinung mal ganz elegant. Nur soviel sei erwähnt: leider war einmal mehr nicht all zu viel dran an den voreiligen Jahrgangseinschätzungen … Nun aber zum Wein! Beim Momtazi Vineyard handelt es sich um einen steilen gen Südwesten ausgerichteten biodynamisch bewirtschafteten von Nekia- und Joryböden geprägten Weinberg der Familie Momtazi in der McMinnville AVA. Seit 2006 bezieht Mark Vlossak unter Eigenregie aus dem Momtazi Vineyard Traubengut. Den Jahrgang 2007 hat der in Edelstahl inklusive einer eintägigen Kaltmazeration vergoren um ihn anschließend für 16 Monate in 31 % neuem französischem Eichenholz, der Rest im gebrauchten, auszubauen. Also, auf nach McMinnville …
Was die damalige journalistische Einschätzung betrifft enthalte ich mich meiner Meinung mal ganz elegant. Nur soviel sei erwähnt: leider war einmal mehr nicht all zu viel dran an den voreiligen Jahrgangseinschätzungen … Nun aber zum Wein! Beim Momtazi Vineyard handelt es sich um einen steilen gen Südwesten ausgerichteten biodynamisch bewirtschafteten von Nekia- und Joryböden geprägten Weinberg der Familie Momtazi in der McMinnville AVA. Seit 2006 bezieht Mark Vlossak unter Eigenregie aus dem Momtazi Vineyard Traubengut. Den Jahrgang 2007 hat der in Edelstahl inklusive einer eintägigen Kaltmazeration vergoren um ihn anschließend für 16 Monate in 31 % neuem französischem Eichenholz, der Rest im gebrauchten, auszubauen. Also, auf nach McMinnville …
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