4.2.16

Argyle Winery Nusshaus Riesling 2009, Eola-Amity-Hills



Nach wochenlanger, mehrheitlich schmerzhaft weinfreier und von nicht zu überschätzenden Erklätungssymptomen durchzogener Weinfaselpause, soll es heute endlich mal wieder eine meiner wunderbar content-freien und durchweg sinnfernen Posts geben. Zu alledem soll diese auch noch ungewöhnlich mosel'ig ausfallen, obwohl ihr flüssiges Fundament genaue 8395 km westlich von Bernkastel verortet ist. Dieser im Fernen Westen befindliche Ort ist die Heimat des Weingutes Argyle in Dundee / Oregon. Seit 1987 werden von den Argyle Gründern Brian Croser – ja, genau der - und Rollin Soles außerordentlich kräftige Pinots und mittlerweile auch durchaus überregional bekannte Schaumweinspezialitäten hergestellt. Das Geschäft mit Riesling geht zurück bis in die späten 1990er Jahre. Mit dem Nusshaus Riesling, welcher seit wenigen Jahrgängen nunmehr Nuthouse Riesling heißt, beabsichtigte man einige Jahre einen gewissen „Tribut“ an die große Riesling Tradition der Mosel in Form eines halbtrockenen Rieslings aus dem Lone Star Vineyard - Mitbegründer Rollin Soles stammt aus Texas - in den Eola-Amity Hills zu errichten. Im Unterschied dazu streben die aktuelleren Jahrgänge eine eher trockenere Charakteristik an. Nebenbei sollte ich vielleicht erwähnen, dass der Name Nusshaus sich auf den vormaligen Zweck des Kellergebäudes bezieht. Dieses war in früherer Zeit ein Teil einer Haselnussfarm. Also hat die Namensgebung nichts mit dem englischen Begriff zu tun, der mir beim erstmaligen Lesen in den Sinn kam. Wie auch immer. Bevor ich die ganze Weingelegenheit wieder in all zu sehr in zähe Länge ziehe, sollte ich doch lieber auf das Flüssige eingehen …

1.1.16

Happy New Year: Contratto For England Pas Dosè 2007, Oltrepò Pavese



Happy New Year Everybody!!! With my last sip of this very serious, rather stern appearing and overall wounderfully uptight „For England“ fizz from Contratto south of Asti in Piemonte. Its name „For England“ was influenced by Contratto's main market back in the 1920s. Then most of Contratto's very dry appearing - at least in these days - wines were exported to the United Kingdom and its colonies. Today, the grapes for this sparkling wine were cultivated Oltrepò Pavese region in neighbouring Lombardia. This 2007 was composed from 80 % Pinot Noir and 20 % Chardonnay. It was aged for about four years on yeast in bottle and wasn't indulged with any sweetness at degorgement. Which proved to be the a fine choice. I suggest … let's have this last serious sip!

30.12.15

The Ojai Vineyard Pisoni Vineyard Pinot Noir 1996, Santa Lucia Highlands



Zwischen den Jahren, so nennt man das glaube ich … obwohl ich diese Umschreibung nicht ganz verstehe benutze ich sie trotzdem mal, kann man sich als Pinot Explorationist schon mal was zumuten! Das mag sich zunächst ein wenig negativ anlesen. Soll es wohl in finaler Konsequenz auch sein. Doch an Spannung in vielerlei Hinsicht, können es nur wenige der von mir vorgestellten „Pinot weit weg“ mit dem heutigen aufnehmen. Dieser stammt vom Granit und Quarz dominierten Pisoni Vineyard in den Santa Lucia Highlands etwas südöstlich von Monterey. Der Hersteller meines Pisoni Vineyard Pinot Noir 1996 sind die Syrah, Pinot und Chradonnay Spezialisten Helen und Adam Tolmach von Ojai Vineyards im Santa Barbara County. Angebaut wurden die Trauben aber von der „"Monterey County Grower Mafia"* Legende Gary Pisoni. Mittlerweile wird der Wein aus dieser Lage von Ojai seit mehr als zehn Jahren nicht mehr hergestellt. Warum? Weiß ich nicht! Ist auch nicht so von Wichtigkeit! Denken kann ich mir so einiges! Das steht aber auf einem anderen Blatt! Jetzt soll erst einmal verkostet werden …

24.12.15

Merry Christmas everybody with the Little Baby Jesus Wine ... again!



Merry Christmas everybody!!! Again with the Little Baby Jesus Wine 2002 from Bouchard Pere & Fils. I know it is getting boring! But just a bit. Well, actually the wine just perfecly fine and downright very decent ***** indeed. Only one pity: already finished ... Next year it's gonna be something else! Promise!

23.12.15

Vinarija Čokot Experiment Prokupac 2012, Zapadnomoravski



Heute möchte ich einen Wein vorstellen, der genau in die aktuell vorherrschende Jahreszeit passt. Sonst erliege ich ja gerne dem neugiergesteuerten vinophilen Antizyklismus. Heute aber, passt es wirklich! Was könnte in der Weihnachtszeit besser sein als ein warmer, nusscremiger, blaubeerig-brombeeriger und weich vanillig-holziger Prokupac? Ihr wisst nicht was Prokupac ist? Ich bis vor kurzem auch nicht! Also kein größeres Problem ... Prokupac ist eine in Serbien weit verbreitete autochtone Rebsorte deren Kultivierung bis ins Mittelalter zurückverfolgt werden kann. Sie lässt sich in nahezu jeder Weinregion dieses noch recht unbekannten Weinlandes finden. Mein Prokupac kommt aus der Region Zapadnomoravski im westlichen Morava Gebiet. Der Hersteller ist das lokal durchaus sehr bekannte Weingut Čokot. Das für den Wein verwendete Traubenmaterial stammt von ca. 60 Jahre alten auf kalk-, sand- und silikatreichen Böden kultivierten Reben. Nach einer kurzweiligen Kaltmazeration wurde die Maische in großen Holzfässern spontan vergoren und anschließend in Barriques ausgebaut. Anscheinend wurde der Wein weder im Weinberg noch im Keller geschwefelt. Das mag den Namen des Weines. Experiment, wohl erklären. Ich muss zugegeben, dass ich zu diesem Thema widersprüchliche Angaben im Netz gefunden habe. Weiter, und viel wichtiger, ist es mir persönlich auch komplett egal: ob, wieviel, wieso, weshalb, warum geschwefelt wurde… jetzt wird erst einmal getrunken!

12.12.15

Happening Now Tasting 33: La Crotta Di Vegneron Pinot Noir 2013, Vallée d'Aoste





For my thirty-third „Happening Now Tasting“ I have arbitrarily chosen another northern Italian Pinot Noir! Actually, for some inexplicable reasons I only taste Italian Pinots in my trusted Happening Now mode! Anyway, this time I am going for one with a considerable amount of presumed „Joie de vivre“. Hence, it has to come from Vallée d'Aoste. As you can imagine in such a mountainous Alpine terrain like in Aosta there isn't too much space for stuff like viticulture. On a mere (and wildly scattered) surface of approximately 250 hectares French(/Swiss) varieties like Pinot Noir, Gamay, Petite Arvine, Chardonnay and autochtonous Petite Rouge are calling the shots. Today's Pinot Noir 2013 was produced by the cooperative society La Crotta di Vegneron in Chambave. The grapes were cultivated on a wide range of vineyards situated between 450 and 650 meters above sea-level. The predominant type of soil are morainic and loosly sandy solis with medium speep slops. After harvest in the middle of September 2013 the grapes underwent a pre-fermentative cold maceration for 24 hours and were subsequently fermented for approximately 10 days in stainless steel. The aging time, as well in stainless steel, took another 8 months. So I am rather positive to assume: this one will be a crisp, fruitful and easy drinking Pinot!? Well, we'll see! Right now ...

11.12.15

Domaine Carneros Avant Garde Pinot Noir 2002, Carneros



Über einen Stillwein eines Champagnerhauses, dass zumal nicht wirklich zu meinen Favorisierten gehört und um dem allen noch eine Krönung aufzusetzen mal nicht aus der Champagne stammt, würde ich normalerweise mir nicht die Mühe machen etwas schreiben zu wollen. Im heutigen Fall ist Lage eine etwas andere. Dehalb eine ungewoht kurze VKN (oh je, die Kürze beginnt jetzt schon ...). Warum das so ist erzähle ich vielleicht etwas später. Vielleicht auch nicht ... (was wahrscheinlicher ist, da ich es sicherlich vergessen werde ... das Alter eben)

Um mein gewohnt rätselhaftes Gefasel vom Anfang zu lüften komme ich besser erst einmal zu der Vorstellung des besagten Stillweins. Wie es zu erwarten war handelt es sich bei ihm um einen Pinot Noir. Ein Pinot Noir aus dem Hause Taittinger. Naja, um etwas korrekter zu sein, von dem zumeist schäumenden Projekt von Taittinger in Kalifornien: der Domaine Carneros im Napa Valley. In den späten 1980er Jahren, nach fast zehn Jahre unermüdlicher Suche, erwarb Claude Taittinger ca. 55 Hektar Weinland in Carneros. Auch in Carneros liegt der Fokus auf Schaumweinen aus traditionellen Champangner Rebsorten. Nachvollziehbar würde ich meinen! Doch auch Stillweine aus Pinot Noir, sowie ein paar eher vernachlassungswürdigen Rebsorten, machen einen respektablen Teil der Produktion aus. Nachdem ich nun endlich den Bogen geschlagen habe kann ich mit dem eigentlichen Objekt der „Untersuchung“ fortfahren: dem Domaine Carneros Pinot Noir Avant Garde 2002. Viel zu sagen habe ich über den Wein nicht wirklich. Endlich mal! Nur soviel: das Traubengut stammt aus nicht weiter spezifizierten Lagen in Carneros, nach der Lese wurde es in großen offenen Holzbottichen vergoren und anschließend für 10 Monate in gebrauchten französischen Barriques ausgebaut. Wie der erfahrene Weinfreund anhand dieser spärlichen Informationen schon lesen kann, mag es sich wohl eher um einen Wein handeln der in der hausinternen Hierarchie in Kniehöhe angesiedelt ist. Trotz alledem, also Alter - Herkunft - Hierarchie - etc., stand er bombig gut da ...


29.11.15

Vitkin Pinot Noir 2011, Judean Hills




Nachdem mir vorvorvooorgestern der Genuss einer Flasche NSG von dem mir hochhold geschätztem JFM durch niederträchtig heimtückischen Kork'ismus verwehrt wurde, habe ich mir gedacht, dass ich in meinem aufgehend verderbendem Schmerz auch gleich zu etwas greifen kann, dass gewohnt anstrengende „Pinot weit weg“ Verkostungsarbeit bedeuten könnte. Nicht als Strafe! Vielleicht zur Frustbewältigung!? Anstrengend sollte die Verkostung zu meinem gedämpften Entzücken dann doch nicht sein. Wenn der starke Holzeinfluss nicht gewesen wäre, hätte der Vitkin Pinot Noir 2011 sogar als ein recht veritabel konsolidierendes Trostpflästerchen herhalten können. Naja, jetzt greife ich etwas vor. Das sollte ich mal lieber lassen. Hoffentlich habe ich mit diesem Vorgriff noch niemanden abgeschreckt. Das wäre schade! Naja, erst müssen die gewohnt langweiligen Vorabinformationen durch-litten werden. Dann gibt es was Flüssiges ...

Bei Vitkin handelt es sich um einen eher kleinen und sehr gut etablierten Platzhirsch in der israelischen Weinszene. Bekanntheit konnte Vitkin vor allem durch seine Weine aus Cabernet Franc, Carignan, Riesling (!) und den Late Harvest Dessert Wein zumeist aus Riesling, Viognier und Colombard erlangen. Gegründet wurde das Weingut als Teil der Rutenberg-Belogolovsky Farm in der seit 1930 bestehenden Siedlung Vitkin vor gar nicht so langer Zeit. Erst im Jahr 2001 erfüllten sich Doran und Sharona Belogolovsky, sowie Sharona's Bruder Assaf Paz, nach vielen Jahren an Weinerfahrungen im Ausland den Wunsch ein eigenens Weingut in der Heimat zu gründen.  Bei der Ausrichtung auf eine für Israel verhältnismäßig kleine Betriebsgröße (jährlich werden zwischen 30000 und 40000 Flaschen produziert) und einer Konzentration auf lokal nicht ganz so verbreitete Rebsorten ist es über die Jahre hinweg geblieben. Auch mein heutiger Pinot Noir 2011 dürfte sicherlich zu einer "Gattung" Wein gehören, wie man sie in Israel nicht all zu oft auffinden mag. Gewachsen sind die Reben für diesen "Pinot weit weg" auf sehr kreidig-kalkigen und kargen Böden in den Hochlagen des Judäischen Berglands. Vergoren wurden die Trauben mit eigenen Hefen für ca. 16 Tage in Edelstahltanks. Der sich anschießende Ausbau in bis zu 40% neuen französischen 350 Liter Holzfässern dauerte nur ganze 10 Monate.