Eigentlich wollte ich heute mit meinem
letzten „Copa do Pinot“ Beitrag einen vinophilen Nachruf auf die
bis dato eher schläfrig lustlos wirkende argentinische
Nationalmannschaft schreiben. Obwohl die Schweizer Nati so wunderbar
gekämpft und auch taktisch sowohl mit- als auch entgegenhalten
konnte, sollte es am Ende doch nicht so weit kommen. Abgebrühtheit
setzt sich eben doch nicht all zu selten durch … leider! Doch nun
zurück zum Wein. Der argentinische Bewerber um den Gewinn meiner
„Copa do Pinot“ kommt aus der Region San Patricio del Chanar im
nördlichen Patagonien. Dort begann die vor einigen Generationen
ausgewanderte deutsche Familie Schroeder im Jahr 2002 auf insgesamt
120 Hektar Global-Player-Rebsorten wie Malbec, Merlot, Pinot Noir,
Cabernet Sauvignon, Sauvignon Blanc und Chardonnay nach biologischen
Richtlinien (GAP) zu kultivieren. Der Saurus Pinot Noir Barrel
Fermented 2010 aus 777 Dijon Klonen gilt als eines der Flaggschiffe
des Weinguts. Wie schon andere patagonische Produzenten, darunter
auch Sassicaia's Chacra Weingut, es seit einigen Jahren versuchen zu
zeigen, erweisen sich die klimatischen Bedingungen und die äußerst
kargen Böden um Neuquén dem Pinot Noir als sehr zuträglich. Mal
schaun' ob das auch bei meinem heutigen Pinot Noir so ist ...
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2.7.14
28.6.14
Copa do Pinot: Viña Leyda Pinot Noir Single Vineyard Las Brisas 2011, Valle de Leyda
Der dritte Bewerber um meinen kleinen
„Copa do Pinot“ kommt von der anderen Seite der Anden aus dem
Valle de Leyda am, für Weinenthusiasten nicht ganz unbekannten,
Fluss namens Maipo. Bei Viña Leyda, dem Produzenten des heutigen Pinot Negro, handelt es
sich um ein recht junges Unternehmen. Erst 1998 begann das
„Wein-Abenteuer“ in dem bis dahin eher für klassische
Feldwirtschaft bekannten Leyda Tal. Heute baut Viña Leyda auf mehr
als 230 Hektaren die in Chile weit verbreiteten Rebsorten wie Chardonnay, Merlot, Syrah usw. an. Doch Pinot Noir nimmt mit vier unterschiedlichen Weinen wahrscheinlich die zentrale Rolle der Produktpalette ein. Mein heutiger Pinot Noir
kommt aus der leicht abfallende gen Südwesten ausgerichteten von roten Tonböden
geprägten Einzellage Las Brisas aus dem Jahr 2011. Die Klone für diesen Pinot
entstammen aus einer sélection massale von unterschiedlichen in
Oregon verwendeten Klonen. Für mich ein Novum, welches mir so nicht bekannt war. Aber weiter im Text ... Jetzt schaun' wir mal wie er denn nun ist - dieser
Chilene! Ob er mit kompromisslosem Krafteinsatz und bissigen Beharrlichkeit die
Brasilianern im Glas - wie in Mineirão - ins Schwitzen bringen kann
...!?
24.6.14
Copa do Pinot: Bodegas Marichal Pinot Noir Reserve Collection 2009, Canelones
Heute geht es bei meinem kleinen Copa do Pinot in das kleine Land östlich des Uruguay Fluss. In der
Weinbauregion Canelones etwas nördlich der Hauptstadt Montevideo nicht weit
vom Rio de la Plata baut die 1910 von kanarischen Einwanderern
gegründete Bodegas Marichal hauptsächlich - wie nicht anders zu erwarten in Uruguay -
Tannat an. Aber auch Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und
Pinot Noir spielen eine tragende Rolle im Portfolio des 50 ha großen
Weingutes. Insbesondere die ungewöhnliche Cuvée aus 70% Pinot Noir
und 30% Tannat hört sich überaus spannend und experimentierfreudig
an. Vielleicht traue ich mich in ferner Zukunft diese eigenwillige
Mischung auch einmal zu verkosten. Dieses mal gibt es aber den
reinsortigen Pinot Noir Reserve Collection 2009 von Marichal aus kalkreichen Weinberglagen in
Etchevarría. Gereift ist der Reserve Pinot Noir 2009 für 12 Monate
in 70 % gebrauchten Barriques. Mal sehen ob
sich dieser südamerikanische Pinot gut schlägt oder doch eher so durchwachsen-zurückhaltend-hölzern spielt wie die Celeste in der ersten Halbzeit ...
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20.6.14
Copa do Pinot: Lidio Carraro Da'Divas Pinot Noir 2010, Serra Gaucha
Es wird mal wieder Fußball gespielt!
Wollte es nur kurz erwähnt haben, falls es dem einen oder andern
Weinfreund noch nicht aufgefallen sein sollte. Da kenne ich den einen oder anderen ... Wie dem auch sei! Vor vier Jahren habe
ich mir die Hucke mit südafrikanischem Pinotage, Sauvignon Blanc und
Syrah voll gehauen. Bei der diesjährigen Fußball WM soll es nicht
so derbe zugehen. Daher möchte ich mich auf Weine der erhabensten
und zweifelsohne genetisch wertvollsten Rebsorte konzentrieren. Wie sollte es auch
sonst sein. Demnach kommt es in den nächsten
Wochen zu spielbegleitenden Verkostungen von südamerikanischern Pinot Noirs in Form eine Copa do Pinot. Ich hoffe nur, dass die Celeste
so lange im Wettbewerb ist, dass ich den Aspekt des
Spielbegleitenden noch erfüllen kann. Seit gestern sieht es ja wieder etwas vielversprechender aus ...
Der heutige
Pinot kommt natürlich vom Gastgeber Brasilien! Genauer: von Lidio
Carraro im Vale dos Vinhedos im südlichen Bundesstaat Rio
Grande do Sul!
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