25.1.19

Teutonic Wine Company Bridge Riesling 2013, Mosel / Willamette Valley & Friends



Regelmäßige Leser meines in letzter Zeit nicht all zu aktiven Blogs – das wird sich hoffentlich auch wieder ändern, ja ja die Hoffnung stirbt zuletzt ... – dürften sich erinnern, dass ich vor wenigen Jahren ein äußerst interessantes und ganz sicher erfrischend ungewöhnliches Rieslingexperiment vom Weingut Immich-Anker von der Mittelmosel und der Teutonic Wine Company aus Oregon verkosten durfte. 


Nun ist ein weiterer Jahrgang des "The Bridge" 2013 auf den Markt gekommen. Auch der 2013er wurde exakt auf die gleiche kuriose Weise wie der 2012er hergestellt. Nämlich aus 50% Mosel Riesling und 50% Willamette Valley Riesling. Mehr dazu findet ihr hier! Dabei herausgekommen ist ein sehr außergewöhnlicher, charakterstarker und spannender Riesling mit erstaunlich vielen Facetten und bestechender Länge. Mich persönlich hat sein zum Unikat neigendes Geschmacksmuster sehr begeistern können! Man könnte sich den Wein grob wie ein harmonisches Treffen von verspielt-frische trockene Mosel trifft auf vom windsbuhlischen Elsass inspirierter Neue Welt Riesling (wobei Barnaby und Olga Tuttle's Weine eigentlich nicht viel mit herkömmlichen Neue Welt Weinen, wie man sie sich gerne vorstellt, gemein haben) vorstellen. Die komplexe und expressive Nase des The Bridge 2013 vertrömte Düfte die mich an weisse Blüten, Geißblatt, gelbe Birnen, sehr reife Zitronen, etwas Banane, Zopf Gebäck, Petrol und eine Spur Eiche erinnerten. Am Gaumen zeigten sich ähnliche Aromen. Die Früchte wirkten hier nur noch etwas reifer - teilweise sogar leicht rosinig, noch ein Tick expressiver und wurden zudem von einer beträchtlichen Cremigkeit unterstützt. Mit Würze konnte der Wein ebenfalls aufwarten! Der Hauch von Zimt erscheint mir hier am erwähnenswertesten. Dank des knackigen moselanischen Parts fehlte es dem binationalen Riesling auch nicht an Spannung und Säure. Wie schon erwähnt, ein sehr ausergewöhnlicher und erinnernswerter Riesling! Ich fand diesen 2013er sogar noch ein etwas spannender als den 2012er. Ganz sicher ein sehr anständiger ***** Riesling wie man ihn wohl kaum ein zweites Mal finden dürfte!
 
Daniel Immich's Rieslinge aus diversen Enkircher Lagen haben mir mit ihrer animierenden Frische und filigranen Struktur ebenfalls sehr gut gefallen! Insbesondere der blumige, sehr gelassen wirkende und feingliedrige Enkircher Zepptwingert Alte Reben trocken von ca. 120 Jahr alten wurzelechten Reben aus 2017 konnte mich überzeugen. In der Nase zeigte dieser zurückhaltende rosig-blumige Anmutungen unterstützt von Limetten, etwas Heu, feiner Würze und Honigmelone. Am Gaumen wirkte er aufgrund seiner Jugend noch etwas schüchtern, konnte aber schon andeuten, was sich in wenigen Jahren für ein toller Spasswein mit Niveau präsentieren dürfte. Meine Zunge konnte saftige Limonen, Zitronenabrieb, etwas weisses Steinobst und feine Würze vom Schiefer erschmecken. Insgesamt alles recht straff und wirklich trocken. So gefällt mir trockener Riesling von der Mosel! Der sehr trinkfreudig-beschwingte Eschewingert Riesling Feinherb 2017 konnte mich ebenfalls überzeugen. Dieser auf rotem Schiefer gewachsene Riesling zeigte eine feine Struktur mit delikaten Aromen von weissem Pfirsich, etwas Zitrone, eine gewisse weiße Blumigkeit und überraschenderweise ein Etwas, dass mich irgendwie an etwas getrocknete Fleischiges erinnerte. Eine Assoziation dies sich eher schwer vermitteln lassen dürfte. Doch dieser Eindruck hatte gerade ein gewisses Alleinstellungsmerkmal, dass diesen trinkigen Wein von anderen feinherben Rieslingen unterscheidet. In wenigen Jahren bestimmt ein großer Spass! Was meine Zunge bei der Verkostung am meisten überrascht hat war der Rieslingsekt 1425 Brut Nature Zero Dosage (degorgiert Mai 2018). Ich gebe gerne zu, dass ich nicht der größte Fan von Schaumweine aus Riesling bin! Mir fehlt es da meist an Körper und Tiefe. Der 1425 Brut Nature Zero Dosage zeigte aber eine gewisse Tiefe, hatte auch durchaus Körper und viel viel Frische. Ein sehr spielerischer und erfrischender Sekt mit feinen Aromen. Das Mousseux hätte meinetwegen noch etwas straffer und lebendiger sein können. Trotzdem ein wirklich überraschenden schöner und überzeugender Rieslingsekt!

1 comment:

Subtlet said...

I was enjoying your Polish Pinot review on Instagram, and clicked through to find this as well. I'm glad to see you've enjoyed these wines! I've also been very find of the Old Vines when I can get them.