26.3.13

Escoda-Sanahuja La Lopetera 2007, Conca de Barberá



Nachdem ich das kleine Vögelchen aus 2005 im frühen Januar dieses Jahres mit nicht all zu großer Begeisterung genießen durfte, habe ich mich entschlossen, die Ausführung aus dem Jahr 2007 zu entkorken. Wie man auf dem Foto nicht so schön sehen kann liegt immer noch bzw. liegt wieder Schnee. Also keine wirklich großen Unterschiede bei den äußeren Trinkerumweltbedingungen. Ich würde meinen, dass diese komplett unwichtige Randbemerkung meinerseits nur darauf abzielt meinen Unmut gegenüber dem derzeitigen Wetter kundzutun! Ich könnte mein Anliegen auch etwas direkter formulieren: Weg mit dem weißen Schei...!!! Jetzt aber das wichtige:


Der visuelle Eindruck zeigte sofort, dass das neuere Vögelchen nicht zu den transparentesten und hellsten Pinots gehört. Ich würde fast soweit gehen, dass über der dunkel-rubinroten Farbe des Weines ein geschlossener trüber Schleier hing, obwohl ich die Flasche seit drei Tagen kaum bewegt hatte. Auch das Glas, ein von mir nicht so heiss geliebtes Zalto Burgunderglas, konnte es nicht sein. Eine vorangestellte Reinigung des zarten. mir zu zarten, Kelches hatte ich sichergestellt. Nunja, ... ich schliesse den Fall mit der Formulierung "interessante Trübung" am besten ab! Von der Farb-Sattigkeit her sah der Wein ziemlich frisch, saftig und jugendlich aus.

Die Nase verströmte zu Anfangs noch einen Hauch von Brett'y-Bauernhof-Bouquet, der nicht mehr ganz so ins Gewicht fiel wie bei einer Verkostung vor ca. einem Jahr. Daneben zeigte das 2007er Vögelchen wesentlich mehr Pfeffer und ebenfalls mehr Frische bzw. Leben sowie strenge Seriosität. Auch die Frucht von herben, erdig und schutzigen Kirschen zeigte sich im Vergleich zum 2005er wesentlich ansprechender und raffinierter. Den Duft des Weines sollte man sicher nicht mit Ausdrücken wie „elegant parfümiert“ oder „glockenklare Präzision“ umschreiben. Würzig, bodenständig (etwas schmutzig), streng und etwas draufgängerisch sind wahrscheinlich passendere Ausdrücke.

Der Geschmacksunterschied gegenüber dem 2005er war beträchtlich. Der 2007er hatte viel mehr Spannung, Biss und ein angenehm strammes (und ein immernoch etwas hartes) Tanningerüst. Die Säure zeigte ebenfalls viel mehr Ausdruck und Vitalität. Auch der mineralische Charakter, viele dunkle Erde und schmutzig-nasse Kalksteine, konnte mit viel Leben und einem gewissen Anflug von Komplexität aufwarten. Die strengen, ziemlich herben und ausdrucksstarken Fruchtaromen von frischen sowie einigen getrockneten Sauerkirschen (un ein paar unterschlagenen Erdbeeraromen) wurden nach einigen Stunden von einem sehr feinen Pilzaroma auf sehr beeindruckende Weise ergänzt und abgerundet. Mir hat die sehr anständige ***** 2007er Version des Vögelchens wesentlich besser gefallen. Die ausgezehrte Kargheit, schroffe Erdigkeit und vor allem die aus dem Ruder gelaufene Balance (beim 2005er) zeigten sich beim 2007er wesentlich besser abgestimmt. Dennoch würde ich behaupten wollen, dass auch dieser Wein ganz sicher kein südfruchtig-süßlicher Gaumenschmeichler-Pinot war. Die harte und ruppige Kante, die ich auch bei Pinot Noir von Zeit zu Zeit sehr mag, war unverkennbar vorhanden. Vom Trinkzeitpunkt war ich wahrscheinlich ein Tick zu früh dran, aber komplett verkehrt dürfte der Konsum in den kommenden Monaten bestimmt nicht sein.


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